Der Alpenwall in Südtirol

 

Sperrgruppe Toblach

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Das Rückgrat der Sperrgruppe Toblach ist die Panzermauer, die sich von der Quelle der Drau quer durch den Talboden zieht. Neun Werke bildeten hier eine bedeutende Sperre, die allerdings zum größten Teil erst nach 1948 fertig gestellt wurde. Ein interessantes Beispiel für einen solchen Nachkriegsbau war Werk Nr. 3 am südlichen Ende der Panzermauer. Hier wurden drei Türme von amerikanischen Sherman-Panzern mit ihren 76-mm-Kanonen eingebaut. Zur Nahverteidigung dienten drei MG-Türme, die möglicherweise den Desarmierungsarbeiten am Alpenwall an der französischen Grenze entstammten. Die Eingangstür war eine „Porta Garitta“, wie sie schon 1932 verwendet wurde. Auch eine stählerne MG-Kasematte, die schon 1938 nicht mehr hergestellt wurde, wurde hier eingesetzt. So konnten auf diesem engen Raum insgesamt drei Kanonen und 11 Maschinengewehre eingesetzt werden, die allerdings bei dieser gedrängten Bauweise auch mit sehr wenigen Treffern vollständig außer Gefecht gesetzt werden konnten. Heute ist diese Anlage eine verschlossene und weitgehend überwucherte Ruine, von der die Panzertürme entfernt wurden.

Das Werk Nr. 2 am nahe gelegenen Schießstand sollte ursprünglich mit seinen drei Maschinengewehren den Talboden hinter der Panzermauer decken. Nach dem Krieg wurde ein MG durch eine PAK ersetzt und dadurch die Feuerkraft dieser Anlage wesentlich verstärkt. Die Rohre der Lichtsprechgeräte wurden zugemauert und statt dessen eine Funkanlage eingebaut, deren Antenne man durch die Werksdecke schieben konnte. Auf der nördlichen Hangseite des Pustertals wurden sechs Werke errichtet und nach 1948 vollständig ausgerüstet. Auch hier wurden einige Anlagen mit zusätzlichen PAK ausgestattet. Werk Nr. 5  unterhalb des Feichthofs fällt durch seine große Kaserne auf, die 90 Mann fassen konnte. Hier sollten wahrscheinlich zusätzliche Infanteristen für Gegenangriffe untergebracht werden.


Dieser innere Gewehrstand sicherte den Eingangsstollen von Werk Nr. 5. Das Schild und die Installationen stammen aus der Nachkriegszeit.

Das Werk Nr. 8 oberhalb des Feichterhofs weist einen sehr komplexen Innenaufbau auf. Bedingt durch die Hanglage führen hier zahlreiche Treppen zu den Kampfständen sowie in zwei Kasernen auf verschiedenen Ebenen. Das Werk wurde nach dem Krieg mit einer großkalibrigen 90-mm-PAK bewaffnet, deren Schussfeld bis weit über den Nachbarort Innichen reichte. Das Werk Nr. 9 beim Micheler Hof wurde teilweise als Bergbauernhof getarnt. Noch heute stehen die Eckmauern aus Naturstein, die die typischen runden Formen des Betonbaus kaschieren sollten. Die schwarzen Rechtecke auf diesen Wänden sollten von weitem die Fenster vortäuschen.


Die rundlichen Formen dieses Kampfstandes hätten das Werk Nr. 9 von weitem leicht erkennbar gemacht. Die zusätzlichen Mauern sollten zusammen mit Tarnblenden an den Kampfscharten einen Bergbauernhof vortäuschen. Dieser Eindruck sollte durch aufgemalte schwarze Fensterhöhlen, wie man sie links noch erkennen kann, noch verstärkt werden.

Sperrgruppe Antholzer See

 

 

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