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Die Sperrgruppe am Passo
Tre Croci (1809 m) zwischen Landro und Cortina d’Ampezzo ist ein
vollständiges Festungs-Ensemble mit Panzergräben, PAK- und
MG-Bunkern sowie einem begonnenen Artilleriewerk. In der
Kompass-Wanderkarte Nr. 55 ist die Sperrgruppe teilweise
eingezeichnet und wird dort mit dem Fantasienamen „Ex Forte Tre
Croci“ bezeichnet. Etwa 500 m östlich der Passhöhe ziehen sich die
beiden gut erhaltenen Panzergräben die Hänge hinauf. Das nördliche
Flankierungswerk Nr. 1 ist wie alle fünf Bunker dieser Gruppe vom
Typ 15000, die Werke wurden jedoch nicht vollständig fertiggestellt.
Die Panzerscharte für das PAK-Geschütz wurde nie installiert, die
Tarnung ist unvollkommen und die inneren Installationen wurden nicht
vollendet. Das Werk war mit einem PAK-Geschütz und drei
Maschinengewehren bewaffnet. Ein Gewehrstand schützte die beiden
Eingänge.

Lageskizze der Sperrgruppe Tre Croci. Die Nummerierung der Werke ist
nicht historisch. Das
andere Flankierungswerk Nr. 2 am Ende des südlichen Panzergrabens
sollte neben einer 47-mm-PAK vier MG’s erhalten. Auf dem Verdeck
findet man eine der seltenen Beobachtungskuppeln. Das Fehlen der
Stiege zum Beobachtungsturm zeigt aber auch hier, dass dieses Werk
nie vollendet wurde.

Die MG-Scharte von Werk Nr. 2 am Passo Tre Croci bildet eine
mannshohe Höhle, die ihr Maul drohend in Richtung Misurinasee
aufsperrt. Auch hier wurde nur noch flüchtig mit Farbe getarnt.

Die Scharten der
Eingangsverteidigung von Werk Nr. 2 wirken durch die starken
Betonwände sehr bedrohlich. Ganz links die Scharte für die
47-mm-PAK, in der Mitte eine kleinere für das Lichtsprechgerät.
Folgt man dem Wanderweg Nr. 215 in Richtung Lago di Sorapis, so
kommt man nach 1 km an den Eingangsbauwerken des Kavernenwerks Nr. 3
für mehrere Maschinengewehre vorbei. Die Gewehrstände der beiden
Eingänge stehen ober- und unterhalb der Armierungsstraße. Etwas
weiter auf dem Weg Nr. 215 liegt in der Felswand des Cima de
Malquoira (2422 m) ein unvollendetes Artilleriewerk. Die Kavernen
für die vier Geschütze und den Beobachtungsstand sowie die
Verbindungsgänge wurden zwar kaverniert, aber nicht mehr mit Beton
ausgekleidet. So bietet sich hier heute der Anblick eines echten
Rohbaus dar.
Von der Passhöhe sieht man
nördlich das Infanteriewerk Nr. 5 für drei MG’s aufragen. Es dient
heute einem Fernmeldeturm als Fundament. Geht man den Wanderweg Nr.
213 von der Passhöhe nach Süden und auf die Höhe 1871 m, so erreicht
man das große Infanteriewerk Nr. 4. Es war mit vier MG’s bewaffnet
und ist mühelos zu betreten. Von innen führt ein Schacht mit zwei
Meter Durchmesser nach oben durch die Decke, der wahrscheinlich
einmal einen MG-Turm aufnehmen sollte. Der Schacht wurde oben
zubetoniert. Die Aufgabe dieses Werks war die Beherrschung der
Passhöhe und die Rückendeckung der beiden Flankierungswerke der
Panzersperre.
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