Der Alpenwall in Südtirol

 

Sperrgruppe Passo Tre Croci

(c) Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.

Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Die Sperrgruppe am Passo Tre Croci (1809 m) zwischen Landro und Cortina d’Ampezzo ist ein vollständiges Festungs-Ensemble mit Panzergräben, PAK- und MG-Bunkern sowie einem begonnenen Artilleriewerk. In der Kompass-Wanderkarte Nr. 55 ist die Sperrgruppe teilweise eingezeichnet und wird dort mit dem Fantasienamen „Ex Forte Tre Croci“ bezeichnet. Etwa 500 m östlich der Passhöhe ziehen sich die beiden gut erhaltenen Panzergräben die Hänge hinauf. Das nördliche Flankierungswerk Nr. 1 ist wie alle fünf Bunker dieser Gruppe vom Typ 15000, die Werke wurden jedoch nicht vollständig fertiggestellt. Die Panzerscharte für das PAK-Geschütz wurde nie installiert, die Tarnung ist unvollkommen und die inneren Installationen wurden nicht vollendet. Das Werk war mit einem PAK-Geschütz und drei Maschinengewehren bewaffnet. Ein Gewehrstand schützte die beiden Eingänge.


Lageskizze der Sperrgruppe Tre Croci. Die Nummerierung der Werke ist nicht historisch.

Das andere Flankierungswerk Nr. 2 am Ende des südlichen Panzergrabens sollte neben einer 47-mm-PAK vier MG’s erhalten. Auf dem Verdeck findet man eine der seltenen Beobachtungskuppeln. Das Fehlen der Stiege zum Beobachtungsturm zeigt aber auch hier, dass dieses Werk nie vollendet wurde.


Die MG-Scharte von Werk Nr. 2 am Passo Tre Croci bildet eine mannshohe Höhle, die ihr Maul drohend in Richtung Misurinasee aufsperrt. Auch hier wurde nur noch flüchtig mit Farbe getarnt.


Die Scharten der Eingangsverteidigung von Werk Nr. 2 wirken durch die starken Betonwände sehr bedrohlich. Ganz links die Scharte für die 47-mm-PAK, in der Mitte eine kleinere für das Lichtsprechgerät.

Folgt man dem Wanderweg Nr. 215 in Richtung Lago di Sorapis, so kommt man nach 1 km an den Eingangsbauwerken des Kavernenwerks Nr. 3 für mehrere Maschinengewehre vorbei. Die Gewehrstände der beiden Eingänge stehen ober- und unterhalb der Armierungsstraße. Etwas weiter auf dem Weg Nr. 215 liegt in der Felswand des Cima de Malquoira (2422 m) ein unvollendetes Artilleriewerk. Die Kavernen für die vier Geschütze und den Beobachtungsstand sowie die Verbindungsgänge wurden zwar kaverniert, aber nicht mehr mit Beton ausgekleidet. So bietet sich hier heute der Anblick eines echten Rohbaus dar.  

Von der Passhöhe sieht man nördlich das Infanteriewerk Nr. 5 für drei MG’s aufragen. Es dient heute einem Fernmeldeturm als Fundament. Geht man den Wanderweg Nr. 213 von der Passhöhe nach Süden und auf die Höhe 1871 m, so erreicht man das große Infanteriewerk Nr. 4. Es war mit vier MG’s bewaffnet und ist mühelos zu betreten. Von innen führt ein Schacht mit zwei Meter Durchmesser nach oben durch die Decke, der wahrscheinlich einmal einen MG-Turm aufnehmen sollte. Der Schacht wurde oben zubetoniert. Die Aufgabe dieses Werks war die Beherrschung der Passhöhe und die Rückendeckung der beiden Flankierungswerke der Panzersperre.

Weitere Infos auf meiner Seite
 
croci
 

Einige Hinweise für Besucher

 

 

zurück zur Verteiler 2. WK

zurück zum Verteiler 1. WK

Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.