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Das Pustertal bildet rund um
den Ort Mittelolang einen breiten Talkessel, der gleichzeitig auch
einen Verkehrsknotenpunkt darstellt. Einerseits stoßen hier das
Pustertal und das Antholzer Tal von der Staatsgrenze aus kommend
zusammen, andererseits führen von hier das Pustertal weiter in
Richtung Brixen und Eisacktal sowie der Furkelpass ins Grödner Tal.
Das nach Süden führende Grödner Tal hätte einem Angreifer die
Möglichkeit eröffnet, durch das weitverzweigte Straßennetz der
Dolomiten die Festungsfront des Vallo Alpino aufzureißen. Daher
wurde hier im Süden und Westen des Talkessels eine halbkreisförmige
Sperrkette mit insgesamt 15 Werken errichtet. Die Anlagen vom Typ
15000 wurden teilweise auch nach dem Krieg weiter genutzt. Zum Bau
des geplanten Panzergrabens kam es jedoch nicht mehr.
Der Bau der Werke um die
Burgruine Neurasen im Norden stieß auf geologische Probleme. Noch
heute ist an der kavernierten Unterkunft (Werk Nr. 3b) erkennbar,
wie das fließende Gestein das Innere der Anlage langsam zerdrückt.

Dieser mächtige Betonklotz ist die
Eingangsverteidigung des Werks Nr. 3b, das nur als Truppenunterkunft
diente und keine eigenen gepanzerten Kampfstände besitzt.
Von den weiteren Anlagen sei
hier nur auf das Werk Nr. 11 hingewiesen. Es ist eine der wenigen
Artilleriekasematten in Südtirol, die noch zu Kriegszeiten
fertiggestellt wurden. Vorgesehen waren zwei 75-mm-Kanonen in
Panzerlafette Typ 4. Nach dem Krieg wurde das Werk umgebaut, um
moderne Geschütze, wahrscheinlich 105-mm-Kanonen vom Typ 105/25
aufnehmen zu können. Das Werk liegt heute perfekt getarnt und
verschlossen auf eine Wiese vor dem Hof Vogbichler an der Straße zum
Furkelpass.
Sperrgruppe Oberplanken |