|
Die Sperrgruppe Landro-Nord
riegelte den Eingang des Höhlensteintals gegen das Pustertal ab. Am
Toblacher See wurde dazu eine Gruppe von fünf Infanteriewerken
errichtet. Das Werk Nr. 2 liegt links und rechts der SS 51 bzw. der
alten Bahnlinie und sperrte diese Verkehrslinie durch zwei frontal
wirkende PAK. Die steile Böschungsmauer an der Straße und das
Seeufer bildeten dafür einen unauffälligen Engpass. Die beiden
Werksteile sind unterhalb der Straße miteinander verbunden. Das Werk
besitzt noch keine außen liegende Eingangsverteidigung. Dies deutet
darauf hin, dass der Bau diese Straßensperre als erste der Gruppe
zwischen Januar und April 1940 begonnen wurde. Werk Nr. 1 am
westlichen Seeufer flankierte mit seiner PAK das südliche Seeufer,
an das sich eine Sumpfzone anschließt. Werk Nr. 4 deckte mit seinen
MG die Sumpfzone und die Rücken der Werke Nr. 1 und 2. Sein
Gewehrstand liegt kurioserweise mitten auf der Werksdecke. Die
Kavernenwerke Nr. 1b und 3 sind in den Felsbändern oberhalb des
Werke Nr. 1 und 2 mit ihren MG-Ständen erkennbar. Der Bau der
Sperrgruppen begann zuerst im Talboden, um sie anschließend in der
Breite und Tiefe zu verstärken. Daher sind die Kavernenwerke nicht
mehr fertig gestellt worden, es führen noch nicht einmal gangbaren
Wege dorthin. Die Werke Nr. 1, 2 und 4 wurden nach dem Krieg
reaktiviert und mit Kunstharzblenden getarnt, heute sind sie
aufgegeben und verschlossen. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es
aus militärischen Gründen ein Parkverbot am Ostufer des von
Touristen gerne besuchten Toblacher Sees!

Lageskizze der Sperrgruppen im
Höhlensteintal:
(A) Landro Nord, (B) Landro Quelle, (C) Landro Süd
Weiter taleinwärts, etwa 500 m südlich des alten
österreichischen Kriegerfriedhofs aus dem Ersten Weltkrieg liegen
die Werke Nr. 1 und 2 des Stützpunkts Landro Quelle links und rechts
der SS 51. Es sind zwei Parani-Stände vom Typ 7000, die mit einer
PAK diese Talenge mit der Brücke über die Rienz sperren sollten. Die
Tarnung stammt noch aus dem Jahr 1939, die Werke sind wegen des
dichten Bewuchses nur schwer zu finden, aber begehbar.
Sperrgruppe Landro-Süd |