Der Alpenwall in Südtirol

 

Sperrgruppe Kreuzbergsattel

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Die Sperrgruppe Kreuzbergsattel sollte den Übergang vom Pustertal in das Piavetal verhindern, das direkt in die Poebene mündet. Zu diesem Zweck wurden hier 1940 Befestigungen mit einer Panzersperre, zwei Artilleriewerken und mindestens 12 Infanteriewerken errichtet. Die Sperrgruppe war ursprünglich dem Sektor XV/b Pusteria-Cadore zugeordnet und wechselte später zum Sektor XVI Cadore-Carnia. Die Anlagen sind ausnahmslos vom Typ 15000, einige wurden nach dem Krieg vom italienischen Militär reaktiviert.


Lageskizze der Sperrgruppe Kreuzberg. Die Nummerierung hat keine historische Bedeutung.

Die Kette beginnt westlich der Passhöhe mit dem großen Artilleriewerk Nr. 1 am Fuße des Arzalpenkopfes und windet sich den steilen Hang hinab zum Panzergraben an der Passstraße. Östlich der Passhöhe schlängelt sie sich durch das unübersichtliche Waldgebiet entlang des Grenzbachtals (Vallorera), um an der Artilleriekasematte Nr. 13 auf der Höhe 2052 m zu enden. Der nahe gelegene Höhenzug der Karnischen Alpen, der hier die Grenze zwischen Italien und Österreich markiert, ist lediglich mit Grenzkasernen befestigt. 

Am Südwesthang der Passhöhe liegen insgesamt fünf Werke vom Typ 15000 zur Deckung des teilweise sehr unübersichtlichen Geländes. Der unterste Bunker Nr. 5 war möglicherweise für einen Scheinwerfer bestimmt. Die Bunker auf dieser Hangseite wurden mit Ausnahme des Artilleriewerks Nr. 1 nach 1945 von der Armee reaktiviert.

Das Artilleriewerk Nr. 1 liegt in 2020 m Höhe in der Felswand des Arzalpenkopfes (2371 m). Die Zufahrt erfolgte über die Werksstraße von Bagni di Valgrande aus. Das mächtige Werk liegt auf drei Ebenen und besteht aus den folgenden Kampfblöcken: 

·         Drei Eingängen mit jeweils einem Gewehrstand

·         Der südliche Block für drei Maschinengewehre

·         Eine Kavernenbatterie für vier 100-mm-Haubitzen mit Schussrichtung zum Karnischen Grenzkamm und einen Beobachtungsstand

·         Der nördliche Block für zwei Maschinengewehre

·         Eine Kavernenbatterie für zwei 100-mm-Haubitzen mit Schussrichtung Sexten und einen hoch gelegenen Beobachtungsstand


Grundriss des Artilleriewerks im Arzalpenkopf: Die mittlere Ebene ist noch begehbar. Das Ober- und das Untergeschoss ist wegen der vermoderten Holztreppen nicht mehr zugänglich.

Das Werk zieht sich den 400 m langen Hauptgang entlang, von dem die Stollen zu den einzelnen Kampfständen abzweigen. Die Mannschaftsunterkünfte liegen in einem Parallelgang weiter innen im Berg. Der heutige Zustand dieser Festung ist ausgezeichnet, es gibt kaum Tropf- oder Schmelzwasser und keine Mauerschäden durch Frost. Auffällig ist das dichte Netz von Gasschleusen und vorgesehenen Ventilatoren. Das Werk wurde fertig ausbetoniert, es fehlen jedoch die meisten Installationen.


Zwei der insgesamt sechs Artilleriekasematten für 100-mm-Haubitzen Modell 1916 ragen drohend aus dem Felsen. Obwohl die Scharten in der Felswand schier unerreichbar erscheinen, war ihr direktes Vorfeld durch zusätzliche Kampfstände für Schnellfeuergewehre gesichert. Offenbar schloss man einen Angriff durch kühne Kletterer nicht aus!


Auf einer Felsnase thront einer der beiden Beobachtungsstände. Sein Blick reicht entlang des Tals in Richtung Sexten. Da die Holzwendeltreppe des Aufstiegs vermodert ist, kann der Stand heute von innen leider nicht mehr begangen werden. Später wäre der nackte Beton noch mit Natursteinen getarnt worden.

Da der Panzergraben in der engen Senke kurz vor der Passhöhe recht kurz ausfallen konnte, wurde er hier ausnahmsweise nur von einem Festungswerk flankiert. Besonders schöne Aussichten auf das Festungsgebiet bietet das Werk Nr. 12, dass von der Malga Controndo aus mit „Panorama“ ausgeschildert ist. Die Artilleriekasematte Nr. 13 an der nördlichen Flanke der Sperrkette gehört zu den wenigen, die in Südtirol errichtet wurden. Sie sollte mit zwei 75-mm-Kanonen auf Festungslafette Typ 4 armiert werden. Ihre Schussrichtung wies entlang des Sextentals nach Nordwesten. Zur Nahverteidigung dienten zwei MG-Stände und zwei Gewehrstände. Die Geschütz-Lafetten mit ihren Frontpanzern sowie der Beobachtungsturm wurden zwar nicht mehr installiert, dafür sind die zahlreichen inneren Luftdruck- und Gasschutztüren sowie die Tarnblenden noch erhalten.


Die beiden Geschützpforten für die 75-mm-Kanonen des Werks Nr. 13 (links im Bild) weisen parallel zum Grenzverlauf in Richtung Sexten. Würden die Tarnblenden an den Scharten nicht fehlen, wäre die Anlage von weitem nur sehr schwer auszumachen.

Weitere Infos auf meiner Seite
 
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Sperrgruppe Landro-Nord

 

 

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