Der Alpenwall in Südtirol

 

Die Sperrgruppen Reschenpass und Plamord

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Die beiden grenznahen Sperrgruppen Reschenpass und Plamord stellen heute für den Betrachter ein wahres Bunkermuseum dar: Auf kleinem Raum findet man eine Talsperre und eine Hochgebirgssperre, Bunker der unterschiedlichsten Bauepochen, offene Feldbatterien sowie verschiedene Panzerhindernisse. Die ältesten Anlagen sind die Werke Nr. I, II und III am Reschenpass, die noch vom Typ 200 sind und aus dem Jahr 1934 stammen. Ihnen ist eine Panzermauer vorgelagert, die heute schon teilweise umgestürzt ist. Die PAK-Scharte des Werks II verbirgt sich unauffällig in einer Stützmauer der Staatsstraße. Die Werke II und III liegen im flachen Wiesengrund und verraten sich nur durch die Lüftungen, die aus dem Gras ragen. Die MG-Kasematten mit ihren 22 Tonnen schweren Kuppeln sind nur an ihren winzigen Schießscharten im Gras zu erkennen. Die Beobachtungskuppeln sind noch heute mit künstlichen Felsen perfekt getarnt.


Lageskizze der Sperrgruppen Reschen und Plamord.

 

Das Werk Nr. IV stammt aus der Zeit um 1936, es besitzt nur einen Kampfraum für eine 47-mm-PAK und ein MG. Die Werke Nr. 14, 19 und 20 sind Kavernenanlagen vom Typ 15000 aus dem Jahr 1940, die sich in den Felsen östlich der Staatsstraße verstecken. Ihre Tarnblenden wurden nach dem Krieg mit Kunstharz verkleidet, um sie dem felsigen Grund anzugleichen. Alle Werke wurden bis in die späten 80er Jahre vom Militär genutzt. Auf einer kleinen Kuppe an der Spitze des Reschensees liegt eine feldmäßige Batterie für vier 75-mm-Geschütze mit ihrer Unterkunft und dem Munitionslager. Anlagen dieser Art sind am Alpenwall recht selten, sie wurde wegen ihrem geringen Verteidigungswert nach dem Krieg nicht weiter verwendet.


Diese offene Batterie für 75-mm-Feldgeschütze an der Passstraße bei Reschen sollte später einmal stärker befestigt werden. Eine weitere offene Batterie steht auf dem nahegelegenen Plamord. Neben den vier Geschützstellungen mit ihren Munitionsnischen liegt noch ein Munitionsraum und ein Unterstellraum in den Almwiesen.


Das Werk Nr. II an der Staatsstraße Nr. 40 am Reschenpass wurde schon 1934 als Typ 200 errichtet. Der Kampfstand für die 57-mm-PAK verbirgt sich in der rechten Hälfte der Stützmauer und ist kaum zu erkennen. Die Schartenblende mit imitiertem Mauerwerk tarnt ihn auch heute noch hervorragend. Der Felsen darüber ist ebenfalls künstlich und verdeckt eine stählerne MG-Kasematte und eine gepanzerten Beobachtungsturm.

Auf dem 2071 m hohen Plamord östlich der Passhöhe liegt eine Sperrgruppe mit insgesamt 9 Bunkern vom Typ 7000 aus dem Jahr 1938. Diese Anlagen besaßen bis auf Werk Nr. 6 mit seiner 47-mm-PAK nur ein bis zwei MG’s. Sie bestehen aus ein bis zwei Räumchen, die keine dauerhafte Besetzung der Anlagen zuließen. Die Betondecken schützten allenfalls vor leichten Kalibern, die meisten Scharten sind nicht gepanzert, sondern nur aus Beton geformt. Durch einen offenen betonierten Laufgraben sind sie mit jeweils einer winzigen Betonunterkunft verbunden. Ein berühmtes Fotomotive ist das Panzerhindernis, dass zum Teil von einer Panzermauer gebildet wird, zum Teil aber auch aus einer Art Höckerlinie besteht. Die Betonpfeiler mit ihren eisenbewehrten Spitzen waren jedoch keine wirklich ernstzunehmenden Hindernisse: Sie bestehen in ihrem Inneren aus Eichenholzpfählen, die allenfalls leichten Fahrzeugen, keineswegs aber Tanks oder schwerem Artilleriebeschuss stand gehalten hätten! Insgesamt zeigt diese eher feldmäßige Befestigung, wie man in der Zeit der europäischen Krisen des Jahres 1938 mit bescheidenen Mitteln und unter enormen Zeitdruck versuchte, die Grenzen zu sichern.


Das Panzerhindernis mit Pfählen und den Resten der Panzermauer wird von zwei Pariani-Ständen flankiert. Im Vergleich zu den mächtigen Bunkern des Typs 15000 wirken diese Kampfstände fast armselig.

Weitere Infos auf meinen Seiten
 
reschenpass-wendl
palamort-wendl  (Pian dei Morti)
bunker19
bunker 18
reschenpass
 
 

 

Die Sperrgruppe Mals-Glurns

 

 

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