Der Alpenwall in Südtirol

 

Panzerhindernisse

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Einen wesentlichen Bestandteil jeder Sperrgruppe bildete die Panzersperre. Sie markierte eine deutliche Grenze zwischen der eigentlichen Festung und dem Vorfeld. Meist zog sie sich an Engstellen quer durch den Talboden und endete an dessen Steilhängen. Dort standen die Flankierungswerke, die mit ihren Panzerabwehrkanonen das gesamte Hindernis bestreichen konnten. Da die PAK-Scharten jedoch nur einen Richtbereich von 40° aufwiesen, konnten diese Geschütze meist nicht in das Vorfeld wirken, in dem feindliche Panzer von ihnen ungehindert hätten manövrieren können.  

Die künstlichen Hindernisse bestanden aus Panzergräben, Panzermauern und Pfahlhindernissen. Wo immer möglich wurden natürliche Hindernisse wie Flüsse und Seen oder auch Muren mit eingebunden. Die Durchgangsstraßen waren an Engstellen wie Brücken mit Schnellhindernissen versehen, die aus Eisenbahnschienen oder Stahlseilen gebildet wurden. Zusätzlich war auch die Zerstörung von Brücken und Straßen vorgesehen. Die Panzersperren wurden oft im Winkel angelegt, damit sich die beiden gegenüberliegenden Flankierungswerke nicht versehentlich gegenseitig beschossen.  

Die Panzergräben waren aus Beton gebaut und bis zu 3,5 m tief. Die Freundseite bildete eine 50 cm starke, fast senkrechte Betonwand, auf der Feindseite war die Betonmauer auf 45° abgeschrägt. Ein Panzer, der den Graben hinab auf die Betonwand gestoßen wäre, hätte sich auch rückwärts nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Graben retten können und wäre der PAK zum Opfer gefallen. Eine typische Panzermauer war 2,5 m hoch und 50 cm stark, ihre Oberkante fluchtete mit dem Gelände zur Freundseite, auf der Feindseite der Mauer lag ein Graben aus Erdreich, dessen Steigung jedoch nur etwa 25 % betrug. Die Mauer sollte von weitem schlecht sichtbar sein, so dass ein Beschuss durch den Feind erschwert gewesen wäre. Ein Panzer, der überraschend auf dieses Hindernis gestoßen wäre, hätte sich jedoch leicht im Rückwärtsgang zurückziehen können.


Der Panzergraben am Passo Tre Croci sollte von einer 47-mm-PAK Modell 1935 flankiert werden. Der Graben ist etwa 3,50 m tief und breit. Durch den dichten Baumbestand kann man es sich heute nur schwer vorstellen, dass man dieses Gelände überhaupt als panzergängig eingestuft hatte. Wozu wohl das zarte Brücklein über den Graben gedient haben mag?

Pfahlhindernisse waren beispielsweise Holzpfähle mit Eisenspitzen, die mit einem Betonmantel verstärkt waren. Die Pfähle zogen sich in mehreren Reihen durch das Gelände. Der Vorteil dieser Bauweise lag darin, dass dieses Hindernis nicht so leicht durch Schneeverwehungen zugeschneit und sogar wirkungslos gemacht werden konnte. Diese seltene Bauweise wurde daher meist im Hochgebirge verwendet.


Ein Panzerhindernis zieht sich in 2000 m Höhe über den Plamord am Reschenpass. Das Hindernis war nur durch eine offene PAK-Stellung und die Maschinengewehre einiger Pariani-Stände aus dem Jahr 1938 flankiert

Die Seilsperren und Eisenträger waren oft unauffällig in Brückengeländern verankert. Das Sperrmaterial selbst lagerte auch in Friedenszeiten schon in direkter Nähe. Allen Sperrarten war gemeinsam, dass sie allenfalls einen Überraschungsangriff kurzzeitig hätten aufhalten können. Einem vorbereitenden Artilleriefeuer des Gegners hätten sie sicherlich nicht lange widerstehen können. Die dabei entstehenden Granattrichter hätten dann allerdings selbst als Panzerhindernis gewirkt.

 Das militärische Straßennetz

 

 

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