Der Alpenwall in Südtirol

 

Nachwort

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Wenn Steine sprechen könnten, was könnten uns die Bunker und Kavernen des Alpenwalls heute erzählen? Sicherlich keine Geschichten von heldenhaft abgewehrten Angriffen und Belagerungen. War der Vallo Alpino der legitime Schutzwall einer bedrohten, friedliebenden Nation oder eher ein Symbol theatralischer Selbstüberschätzung eines von Großmannssucht gekennzeichneten Diktators? Ist die Diskrepanz zwischen den strategischen Ansprüchen einerseits und den unvollendeten Bauruinen andererseits nicht symptomatisch für das faschistische Italien der 30er und 40er Jahre? Sicherlich wird uns der Beton darauf keine Antwort geben können. Dennoch sind die  Bunker in den Almwiesen und die Kavernen im Fels oft die einzigen offensichtlichen Spuren, die diese Epoche in den Alpentälern hinterlassen zu haben scheint. Eine Zeit, an die sich die Italiener und ganz besonders die Südtiroler aus verschiedenen Gründen heute nicht gerne erinnern mögen. Eine Epoche scheinbar unüberwindlicher Gegensätze zwischen den Nationen, die mit Festungen betoniert statt mit Gesprächen gelöst worden sind. 

Die Geschichte hat den Festungsbauern und Strategen nicht recht gegeben: Der Wall erfüllte seine Funktion nicht, Italien konnte sich gegen Hitler nicht wehren, aber auch die anderen Diktaturen Europas fielen letztlich. Dass der Alpenwall in den 50er bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Italien sogar gegen das Schreckgespenst des kommunistischen Warschauer Pakts verteidigen sollte, erscheint uns heute geradezu grotesk. Es bleibt nur zu wünschen, dass die Bunker des Vallo Alpino del Littorio in ferner Zukunft als die letzten sichtbaren Zeugen eine längst vergangene Grenzziehung in einem vereinten Europa markieren.


 

 

Zeittafel

 

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