Der Alpenwall in Südtirol

 

steht nicht mehr zur Verfügung

 Ulrich Mößlang Optik Heydenreich der  Tauchbrillenspezialist  und  zertifizierter Sport-Optiker  
Fernkampfwerke, Bunker, Infanteriestützpunkte, Stellungen und Festungen der Österreicher und Ex Forte der Italiener aus dem ersten Weltkrieg in den Alpen, Dolomiten, Verona, Venezien und Friaul.
 

 

 

Der Vallo Alpino del Littorio, der italienische Alpenwall, wurde in den Jahren 1939 bis 1942 als befestigter Schutzwall gegen Deutschland errichtet. Heute ist er mit seine Hunderten von Bunkern ein stilles, aber imposantes Denkmal einer Epoche, zu der Südtirol noch immer eine schmerzliche Erinnerung hegt. Es erscheint fast grotesk, dass der Alpenwall das Italien Mussolinis ausgerechnet gegen seinen mächtigen Verbündeten Hitler schützen sollte, zumal sich die beiden faschistischen Diktaturen zuvor mit einem „Stahlpakt“ gegenseitige Treue geschworen hatten. Die Festungskette musste jedoch niemals ernsthaften Angriffen standhalten. In den Jahren von 1948 bis 1992 wurden Teile dieser Befestigungen weiter gegen die Bedrohung durch den Warschauer Pakt genutzt. Seit der Entmilitarisierung sind die Kasernen, mächtigen Bunker und tiefen Kavernen dem Verfall preisgegeben. Dieses Buch soll den Leser auf eine kleine Zeitreise und Spurensuche entlang der Alpentäler des Vinschgaus und des Pustertals mitnehmen.

 

Drei Eingänge führen in das große Artilleriewerk am Kreuzbergsattel,
das sich über 400 m innerhalb der felsigen Steilwände des Arzalpenkopfes entlang zieht
.

 

1.  Einleitung
2.  Einiges zur italienischen Geschichte zwischen 1918 und 1945
3.  Italiens Alpenfestung
4.  Die Faschisten, die Südtiroler und der Vallo Alpino del Littorio
5.  Italiens militärische Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg
6.  Die technische Entwicklung der Festungslinie
7.  Südtirol wird befestigt
8.  Die kriegerischen Ereignisse von 1943 und 1945 in Südtirol
9.  Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
10.  Die Bausausführung der Festungswerke
  a. Die Infanteriewerke des Alpenwalls
  b. Die Artilleriewerke
11.  Die Grenzkasernen
12.  Tarnen und Täuschen
13.  Technische Einrichtungen des Alpenwalls
   a. Gasschutz und Ventilation
   b. Stromversorgung
   c. Wasser, Licht und Heizung
   d. Fernmeldeeinrichtungen
14.  Kampfstände für MG und Gewehr
15.  Beobachtungsstände
16.  Die Bewaffnung des Alpenwalls
   a. Maschinen- und Schnellfeuergewehre
   b. Die Festungs-Artillerie
17.  Die Besatzung und Bevorratung
18.  Panzerhindernisse
19.  Das militärische Straßennetz
20.  Was wäre gewesen, wenn
21.  Die Sperrgruppen in Südtirol
22.  Der Alpenwall heute
   a. Vom Reschenpass zum Gampenjoch
     a.a. Die Sperrgruppen Reschenpass und Plamord
     a.b. Die Sperrgruppe Mals-Glurns
     a.c. Die Sperrgruppe Töll
     a.d. Die Sperrgruppe Gampenjoch
   b. Um das Pustertal
     b.a. Sperrgruppe Winnebach
     b.b. Sperrgruppe Vierschach
     b.c. Sperrgruppe Toblach
     b.d. Sperrgruppe Antholzer See
     b.e. Sperrgruppe Antholz Mittertal
     b.f.  Sperrgruppe Olang-Rasen
     b.g. Sperrgruppe Oberplanken
     b.h. Sperrgruppe Prags
     b.i.  Sperrgruppe Kreuzbergsattel
     b.k. Sperrgruppe Landro-Nord
     b.l. 
Sperrgruppe Landro-Süd
     b.m.
Sperrgruppe Cima Banche
     b.n.
Sperrgruppe Passo Tre Croci
23.  Einige Hinweise für den Besucher
24.  Ein Nachwort
25.  Zeittafel
26.  Literatur
 

noch mehr Fotos zu den Werken

Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.

 

zurück zur Verteiler 2. WK

zurück zum Verteiler 1. WK

 

 

Der Alpenwall in Südtirol

 

Einiges zur italienischen Geschichte zwischen 1918 und 1945

(c) Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.

Optik Heydenreich Ulrich Mößlang der  Tauchbrillenspezialist + zertifizierter Sport-Optiker

 

Um die seltsame Geschichte der italienischen Bunker, die in einem deutschsprachigen Gebiet gegen einen deutschen Verbündeten errichtet wurden verstehen zu können, soll an dieser Stelle eine kleine Einführung in die geschichtlichen Hintergründe gegeben werden. 

Italien ging 1918 an der Seite der Alliierten Frankreich, England und der USA als Siegermacht aus dem Ersten Weltkrieg hervor. Im Frieden von St. Germain vom 10.9.1919 wurde Südtirol von Österreich-Ungarn zu Italien geschlagen. Nach der Machtübernahme der Faschisten in Italien unter dem „Duce“ Benito Mussolini, die sich am 28.10.1922 durch den so genannten „Marsch auf Rom“ manifestierte, kühlte sich das Verhältnis zum französischen Nachbarn stark ab. An dieser Grenze begann Italien daher schon ab 1925 mit dem Bau der ersten modernen Festungen. Diese Befestigungen wurden dort ab 1931 unter dem Begriff „Vallo Alpino“ in vermehrtem Maße errichtet. Als Jugoslawien sich in den frühen 30er Jahren politisch stark an Frankreich annäherte, wurde der Bau des Alpenwalls auch auf diese Grenze ausgedehnt. 

Der Überfall Italiens auf das afrikanische Königreich Abessinien (3.10.1935), die politische Annäherung an das ebenfalls faschistische Deutsche Reich mit der Gründung der so genannten Achse Berlin-Rom (1.11.1936) sowie der Austritt aus dem Völkerbund (11.12.1937) isolierten Italien mehr und mehr im weitgehend demokratischen Europa. Im Gegenzug wurde die Bindung an das Deutsche Reich immer stärker und gipfelte am 22.5.1939 in dem Abschluss des so genannten „Stahlpaktes“ als einem militärischen Bündnis zwischen den beiden Staaten. Gleichwohl war diese neue Waffenbrüderschaft immer vom Misstrauen Mussolinis gegenüber dem machthungrigen und unberechenbaren Partner Hitler gekennzeichnet. Hitler pflegte den Duce stets vor vollendete Tatsachen zu stellen, ohne ihn zuvor in seine Pläne einzuweihen. So wurden am 13.3.1938 durch den so genannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich Italien und Deutschland unmittelbare Nachbarn, ohne dass Mussolini vorher informiert war. Auch der Überfall Hitlers auf Polen am 1.9.1939, der zum endgültig Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte, blieb dem Duce zuvor verborgen. Spätestens der Einmarsch der sowjetischen Roten Armee in Ostpolen am 17.9.1939, den Hitler schon am 23.8.1939 mit seinem Erzfeind Stalin im geheimen vereinbart hatte, musste Mussolini zeigen, dass auf Hitler als Verbündetem kein Verlass war.  

Bis zum Mai 1940 lauerte die deutsche Wehrmacht dann im so genannten „Sitzkrieg“ vor der französischen Maginot-Linie, an deren Unbezwingbarkeit zu diesem Zeitpunkt noch niemand Zweifel hegte. Festungen schienen noch ein wirksames Mittel gegen die deutsche Blitzkrieg-Strategie zu sein. Einem italienischen Pendant zu dieser Festungskette wurde daher vom Generalstab eine große Bedeutung beigemessen. Am 21.11.1939 gab Mussolini den Befehl zur massiven Befestigung der Nordgrenze Italiens. Als dann Frankreich nach der deutschen Offensive am 10.5.1940 ebenfalls einem Blitzkrieg zum Opfer fiel, trat Italien am 10.6.1940 an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen England und Frankreich ein, während an der deutsch-italienischen Grenze weiter Kavernen gebohrt und Bunker gebaut wurden. 

In den folgenden Kriegsjahren führte Italien eigene Feldzüge gegen Griechenland (28.10.1940) und in Nordafrika gegen Ägypten (September 1940), die sämtlich glücklos verliefen. Italiens Position konnte in beiden Fällen nur durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht gehalten werden. Nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad (31.1.1943) und der Landung der Amerikaner in Algerien (7.11.1942) wendete sich das Kriegsglück der Achsenmächte Deutschland und Italien. In Folge der verlorenen Schlacht von El Alamein (30.06.1943) mussten sie den afrikanischen Kontinent räumen, das italienische Mutterland wurde nun selbst direkt von der Südfront her militärisch bedroht. 

Nach der Landung der Amerikaner und Engländer auf Sizilien am 10.7.1943 überschlugen sich die politischen Ereignisse: Mussolini wurde am 26.7.1943 auf Befehl des Königs Victor Emanuel III von italienischen Carabinieri verhaftet, am 3.9.1943 wurde der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten verkündet. Den deutschen Truppen, die immer noch in Süditalien mit den Alliierten in Gefechten lagen, drohte somit der Nachschubweg durch Südtirol abgeschnitten zu werden. Bei dieser Bedrohung spielten die Befestigungen des Vallo Alpino am Brennerpass eine Schlüsselrolle. Am 9.9.1943 trat daher ein lange vorbereiteter Plan der Deutschen in Aktion, der zur Entwaffnung der italienischen Truppen in Südtirol und somit auch zum Verlust des Vallo Alpino führte. 

Am 12.9.1943 wurde Mussolini von deutschen Fallschirmjägern aus seinem Gefängnis am Gran Sasso in den Abruzzen befreit. Hitler setzte ihn als Schattenregent der neu gegründeten „Sozialistischen Italienischen Republik“ mit Sitz in Salo am Gardasee ein. Als sich die endgültige militärische Niederlage Deutschlands abzeichnete, wurde der Alpenwall noch einmal ins Kalkül bei der Konzeption der legendären deutschen Alpenfestung gezogen, die den Nazis als letzte Rückzugsbastion dienen sollte. Zu nennenswerten Arbeiten kam es aber nicht mehr, die deutsche Armee kapitulierte am 28.4.1945 in Italien.

Italiens Alpenfestung

 

 

zurück zur Verteiler 2. WK

zurück zum Verteiler 1. WK

Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.