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Eine vollständige
Beschreibung des heutigen Zustandes aller Festungsanlagen des Vallo
Alpino ist ein mächtiges Unterfangen, das in diesem Rahmen nicht
gewagt werden soll. Anhand einiger Sperrgruppen im Vinschgau und im
Pustertal soll hier die Bauweise und das Schicksal des Alpenwalls
exemplarisch beschrieben werden. Für weitergehende Studien sei das
Buch von Bernasconi und Muran
empfohlen, das zwar nur in italienischer Sprache erschienen ist,
aber dafür in zahlreichen Kartenskizzen fast alle Werke aufführt.
Zusätzlich zu den Anlagen in der Provinz Südtirol sollen jedoch die
Werke am Kreuzbergpass und um Cortina d’Ampezzo aufgenommen werden.
Diese Sperren gehören zwar genau genommen schon zum Cadore (Sektor
XVI Cadore-Carnia), aber strategisch stehen sie in einem engen
Zusammenhang zum Alpenwall in Südtirol. Zu finden sind heute Werke
in allen denkbaren Ausbaustufen: Rohe Felskavernen, die noch nicht
ausbetoniert wurden, Rohbauten von Betonbunkern, bei denen lediglich
die MG-Panzerungen mit einbetoniert wurden, Bauten im Zustand von
1943 mit Tarnblenden, Luftdrucktüren, Gasschleusen,
Ventilationsleitungen, Bettgestellen und Lafettenteilen sowie
Anlagen, die nach 1948 remilitarisiert wurden. Die Beschreibungen
basieren auf eigenen Begehungen durch den Autor in den Jahren 1998
bis 2002. Durch die Entmilitarisierung sind die Besitzverhältnisse
noch im Fluss, so dass sich der Zustand und die Nutzung einzelner
Anlagen in Zukunft noch ändern werden. Bei den Orts- und
Flurbezeichnungen wird bei zweisprachigen Gebieten die deutsche
Bezeichnung gewählt. Wer eigene Besichtigungen plant sei besonders
auf die Gefahrenhinweise im Kapitel „Einige Hinweise für den
Besucher“ hingewiesen.
Vom Reschenpass zum Gampenjoch |