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Entscheidend für ein
wirksames Zusammenspiel der Bunker einer Sperrgruppe war eine
leistungsfähige Kommunikation untereinander, mit rückwärtigen Stäben
sowie Vorposten. Das Fernmeldesystem des Alpenwalls besaß hierzu
eine weitere technische Besonderheit. Telefonverbindungen mit
Überlandleitungen boten im Konfliktfall wegen ihrer leichten
Zerstörbarkeit keine sichere Verbindung. Die unterirdische Verlegung
kam wegen des meist felsigen Untergrunds im Gebirge ebenfalls nicht
in Frage. Man entschied sich daher für eine ungewöhnliche
Fernmeldeverbindung: Das Fotofonico. Dieses Wort bedeutet so viel
wie Lichtsprechgerät und steht für ein Verfahren, das schon Edison
unter dem Namen „tönender Lichtbogen“ bekannt gemacht hatte. Es
basiert auf dem folgenden Prinzip: In der Sendestelle wird eine
elektrische Lichtquelle betrieben, deren Strom von der Stimme des
Sprechers in seiner Intensität moduliert wird. In der Gegenstation
wird diese Schwankung der Lichtintensität durch einen Fotowiderstand
wieder in einen modulierten Wechselstrom umgewandelt, der mit einem
elektrischen Verstärker hörbar gemacht wird. Die Übertragung
funktioniert nur bei einer direkten Sichtverbindung zwischen Sender
und Empfänger. Beim Fotofonico wurde die Lichtquelle des Senders
durch einen langen Tubus gegen das „Mitsehen“ durch den Gegner
abgeschirmt. Die Fotozelle des Empfängers war ebenfalls mit einem
Tubus versehen, um das Umgebungslicht abzuschirmen und somit die
Empfindlichkeit und die Reichweite für das Sendesignal zu erhöhen.
Beide Rohre mit einem Durchmesser von 18 cm wurden parallel
zueinander in die Betonwände der Werke eingelassen und direkt auf
die Gegenstation ausgerichtet. Das Lichtsprechgerät stellte die
Standardverbindung zwischen den Werken in felsigem Gelände dar.

Durch diese Sende- und Empfangsrohre von zwei Lichtsprechanlagen
sollte die Kommunikation mit den beiden Nachbarwerken laufen. Die
fotoelektrischen Systeme sind natürlich längst verschwunden. Durch
diese bis zu 3,50 m langen Rohre lassen sich versteckt gelegene
Nachbarwerke oft erst erkennen.
In der Praxis besaß dieses
abhörsichere Verfahren jedoch schwerwiegende Mängel: Die Reichweite
betrug nur maximal 10 km. Bei schlechten Sichtverhältnissen wie
Nebel, Schnee oder Regen, wie sie gerade im Gebirge nicht selten
sind, war eine Verbindung oft nicht mehr möglich. Um die Reichweite
zu erhöhen konnten durch den Tubus auch mit einer üblichen
Blinklampe Nachrichten gemorst werden, die
Übertragungsgeschwindigkeit war dann jedoch entsprechend geringer.
Für den heutigen Besucher bietet das Lichtsprechgerät oft eine
hilfreiche Möglichkeit, durch die Rohre versteckte Nachbarwerke
anzupeilen, die sonst wegen der Tarnung oder dem Bewuchs unentdeckt
geblieben wären.
Die Verbindung zu den
rückwärtigen Stäben wurde meist mit Telefon, seltener mit Funk
aufrecht erhalten. Die Funkanlagen wurden bis 1943 offensichtlich
nicht mehr in den Werken installiert. Möglicherweise gab es Probleme
mit den Antennenanlagen, die wegen ihrer Höhe schwer zu tarnen
waren. Innerhalb der Werke standen für die Verbindung zwischen den
Kampfständen und dem Kommandanten Sprachrohre oder Telefon zur
Verfügung. Beides wurde jedoch in den wenigsten Fällen eingebaut, so
dass man hier wohl auf Zurufe angewiesen war.
Nach 1945 wurden die
Schächte der Lichtsprechanlagen zubetoniert und statt dessen ein
Telefonnetz aufgebaut. Manche Werke erhielten Funkanlagen, bei denen
die Antenne durch einen ehemaligen Schacht für das Periskop durch
die Werksdecke geschoben werden konnte.
Kampfstände für MG und Gewehr |