Der Alpenwall in Südtirol

 

Fernmeldeeinrichtungen

 

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Entscheidend für ein wirksames Zusammenspiel der Bunker einer Sperrgruppe war eine leistungsfähige Kommunikation untereinander, mit rückwärtigen Stäben sowie Vorposten. Das Fernmeldesystem des Alpenwalls besaß hierzu eine weitere technische Besonderheit. Telefonverbindungen mit Überlandleitungen boten im Konfliktfall wegen ihrer leichten Zerstörbarkeit keine sichere Verbindung. Die unterirdische Verlegung kam wegen des meist felsigen Untergrunds im Gebirge ebenfalls nicht in Frage. Man entschied sich daher für eine ungewöhnliche Fernmeldeverbindung: Das Fotofonico. Dieses Wort bedeutet so viel wie Lichtsprechgerät und steht für ein Verfahren, das schon Edison unter dem Namen „tönender Lichtbogen“ bekannt gemacht hatte. Es basiert auf dem folgenden Prinzip: In der Sendestelle wird eine elektrische Lichtquelle betrieben, deren Strom von der Stimme des Sprechers in seiner Intensität moduliert wird. In der Gegenstation wird diese Schwankung der Lichtintensität durch einen Fotowiderstand wieder in einen modulierten Wechselstrom umgewandelt, der mit einem elektrischen Verstärker hörbar gemacht wird. Die Übertragung funktioniert nur bei einer direkten Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger. Beim Fotofonico wurde die Lichtquelle des Senders durch einen langen Tubus gegen das „Mitsehen“ durch den Gegner abgeschirmt. Die Fotozelle des Empfängers war ebenfalls mit einem Tubus versehen, um das Umgebungslicht abzuschirmen und somit die Empfindlichkeit und die Reichweite für das Sendesignal zu erhöhen. Beide Rohre mit einem Durchmesser von 18 cm wurden parallel zueinander in die Betonwände der Werke eingelassen und direkt auf die Gegenstation ausgerichtet. Das Lichtsprechgerät stellte die Standardverbindung zwischen den Werken in felsigem Gelände dar.


Durch diese Sende- und Empfangsrohre von zwei Lichtsprechanlagen sollte die Kommunikation mit den beiden Nachbarwerken laufen. Die fotoelektrischen Systeme sind natürlich längst verschwunden. Durch diese bis zu 3,50 m langen Rohre lassen sich versteckt gelegene Nachbarwerke oft erst erkennen.

In der Praxis besaß dieses abhörsichere Verfahren jedoch schwerwiegende Mängel: Die Reichweite betrug nur maximal 10 km. Bei schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel, Schnee oder Regen, wie sie gerade im Gebirge nicht selten sind, war eine Verbindung oft nicht mehr möglich. Um die Reichweite zu erhöhen konnten durch den Tubus auch mit einer üblichen Blinklampe Nachrichten gemorst werden, die Übertragungsgeschwindigkeit war dann jedoch entsprechend geringer. Für den heutigen Besucher bietet das Lichtsprechgerät oft eine hilfreiche Möglichkeit, durch die Rohre versteckte Nachbarwerke anzupeilen, die sonst wegen der Tarnung oder dem Bewuchs unentdeckt geblieben wären. 

Die Verbindung zu den rückwärtigen Stäben wurde meist mit Telefon, seltener mit Funk aufrecht erhalten. Die Funkanlagen wurden bis 1943 offensichtlich nicht mehr in den Werken installiert. Möglicherweise gab es Probleme mit den Antennenanlagen, die wegen ihrer Höhe schwer zu tarnen waren. Innerhalb der Werke standen für die Verbindung zwischen den Kampfständen und dem Kommandanten Sprachrohre oder Telefon zur Verfügung. Beides wurde jedoch in den wenigsten Fällen eingebaut, so dass man hier wohl auf Zurufe angewiesen war. 

Nach 1945 wurden die Schächte der Lichtsprechanlagen zubetoniert und statt dessen ein Telefonnetz aufgebaut. Manche Werke erhielten Funkanlagen, bei denen die Antenne durch einen ehemaligen Schacht für das Periskop durch die Werksdecke geschoben werden konnte.

Kampfstände für MG und Gewehr

 

 

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