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Sicherlich ist es sehr
reizvoll, die Bunker des Alpenwalls selbst aufzusuchen und zu
besichtigen. Dabei wird man oft genug feststellen, wie schwer diese
Anlagen aufgrund ihrer Tarnung selbst mit perfektem Kartenmaterial
im Gelände zu finden sind. Dies trifft ganz besonders auf
Kavernenanlagen zu, deren kleinen Scharten von weitem nur schwer
auszumachen sind. Hilfreiche Utensilien bei der Suche sind ein
Fernglas, eine topografische Karte sowie Kompass und Höhenmesser.
Oft geben die Trampelpfade der neugierigen Dorfjugend oder die
Schuttkegel, die beim Bau der Kavernenanlagen unterhalb der Scharten
und Eingänge anfielen die entscheidenden Orientierungshinweise.
Das Betreten der
Festungswerke ist ein besonderes Kapitel. Anlagen, die nach dem
Krieg nicht mehr vom Militär genutzt wurden, wurden meist
zugemauert. Die leichten Mauern wurden jedoch häufig von Neugierigen
eingedrückt, so dass man, die notwendige Gelenkigkeit vorausgesetzt,
hier leicht einsteigen könnte. Die Anlagen befinden sich meist in
sehr gutem baulichen Zustand. Gefahren gehen jedoch von tiefen
senkrechten Stiegenschächten und Latrinengruben aus, zumal wenn
diese von wohlmeinenden Besuchern mit Holzbrettern zugedeckt worden
sind, die mittlerweile morsch geworden sind. Auch hölzerne
Wendeltreppen, die in der feuchten Atmosphäre brüchig geworden sind,
stellen ein besonderes Gefahrenmoment dar.

Solche hölzerne Wendeltreppen können
nach 60 Jahren in der feuchten Atmosphäre der Kavernen und Bunker
morsch geworden sein und stellen heute für einen Besucher eine
ernste Gefahr dar! In
den Anlagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg weiter genutzt wurden,
findet man ein System von taktischen Symbolen zur Bezeichnung der
Räume und als nützliche Wegweiser.

Tafel der taktischen Symbole: Von links oben nach rechts unten:
Munitionslager, Gewehrstand, Beobachtungsposten,
Mannschaftsunterkunft, Kommandoposten, Funkraum, Waffen Nr. 1 bis 4
(MG, PAK oder Geschütz), Wasserreservoir, Sanitätsstation.
In seltenen Fällen wurden Anlagen in ungeeigneten Fels gebaut.
Das Beispiel der kavernierten Unterkunft 3b der Sperrgruppe
Olang-Rasen zeigt, wie der Berg das Bauwerk langsam zerdrückt, so
dass die doppelten Wände abplatzen und sich sogar der Boden wölbt.
Glücklicherweise sind solche ernsthaften Gefährdungen leicht zu
erkennen.

Es kommt selten vor, dass ausgebaute Kavernenwerke in ungeeignetem
Felsen angelegt wurden und nun langsam vom Berg zerdrückt werden.
Hier besteht für einen Besucher höchste Gefahr durch abplatzende
Deckenteile! Offene
Stahltüren sollten nicht aus Neugierde geschlossen werden, man kann
nicht sicher sein, ob sie sich wegen des Rostes auch wieder öffnen
lassen! Bei Kavernenanlagen, die nicht mehr ausbetoniert wurden,
kommen die üblichen Gefahren durch Steinschlag hinzu. Für eine
Begehung empfehlen sich in jedem Fall gute Stirnlampen und eine
zuverlässige Begleitperson. Unter Beachtung dieser
Vorsichtsmaßnahmen können manche Anlagen durchaus besichtigt werden.
Man vermeide es dabei, etwaige Fledermäuse in ihrem Refugium zu
stören. Manche Anlagen sind heute im Privatbesitz, es versteht sich
von selbst, dass diese Anlagen nur mit Erlaubnis des Besitzers
betreten werden dürfen.
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