Der Alpenwall in Südtirol

 

Einige Hinweise für Besucher

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Sicherlich ist es sehr reizvoll, die Bunker des Alpenwalls selbst aufzusuchen und zu besichtigen. Dabei wird man oft genug feststellen, wie schwer diese Anlagen aufgrund ihrer Tarnung selbst mit perfektem Kartenmaterial im Gelände zu finden sind. Dies trifft ganz besonders auf Kavernenanlagen zu, deren kleinen Scharten von weitem nur schwer auszumachen sind. Hilfreiche Utensilien bei der Suche sind ein Fernglas, eine topografische Karte sowie Kompass und Höhenmesser. Oft geben die Trampelpfade der neugierigen Dorfjugend oder die Schuttkegel, die beim Bau der Kavernenanlagen unterhalb der Scharten und Eingänge anfielen die entscheidenden Orientierungshinweise. 

Das Betreten der Festungswerke ist ein besonderes Kapitel. Anlagen, die nach dem Krieg nicht mehr vom Militär genutzt wurden, wurden meist zugemauert. Die leichten Mauern wurden jedoch häufig von Neugierigen eingedrückt, so dass man, die notwendige Gelenkigkeit vorausgesetzt, hier leicht einsteigen könnte. Die Anlagen befinden sich meist in sehr gutem baulichen Zustand. Gefahren gehen jedoch von tiefen senkrechten Stiegenschächten und Latrinengruben aus, zumal wenn diese von wohlmeinenden Besuchern mit Holzbrettern zugedeckt worden sind, die mittlerweile morsch geworden sind. Auch hölzerne Wendeltreppen, die in der feuchten Atmosphäre brüchig geworden sind, stellen ein besonderes Gefahrenmoment dar.


Solche hölzerne Wendeltreppen können nach 60 Jahren in der feuchten Atmosphäre der Kavernen und Bunker morsch geworden sein und stellen heute für einen Besucher eine ernste Gefahr dar!

In den Anlagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg weiter genutzt wurden, findet man ein System von taktischen Symbolen zur Bezeichnung der Räume und als nützliche Wegweiser.


Tafel der taktischen Symbole: Von links oben nach rechts unten: Munitionslager, Gewehrstand, Beobachtungsposten, Mannschaftsunterkunft, Kommandoposten, Funkraum, Waffen Nr. 1 bis 4 (MG, PAK oder Geschütz), Wasserreservoir, Sanitätsstation.

In seltenen Fällen wurden Anlagen in ungeeigneten Fels gebaut. Das Beispiel der kavernierten Unterkunft 3b der Sperrgruppe Olang-Rasen zeigt, wie der Berg das Bauwerk langsam zerdrückt, so dass die doppelten Wände abplatzen und sich sogar der Boden wölbt. Glücklicherweise sind solche ernsthaften Gefährdungen leicht zu erkennen.


Es kommt selten vor, dass ausgebaute Kavernenwerke in ungeeignetem Felsen angelegt wurden und nun langsam vom Berg zerdrückt werden. Hier besteht für einen Besucher höchste Gefahr durch abplatzende Deckenteile!

Offene Stahltüren sollten nicht aus Neugierde geschlossen werden, man kann nicht sicher sein, ob sie sich wegen des Rostes auch wieder öffnen lassen! Bei Kavernenanlagen, die nicht mehr ausbetoniert wurden, kommen die üblichen Gefahren durch Steinschlag hinzu. Für eine Begehung empfehlen sich in jedem Fall gute Stirnlampen und eine zuverlässige Begleitperson. Unter Beachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen können manche Anlagen durchaus besichtigt werden. Man vermeide es dabei, etwaige Fledermäuse in ihrem Refugium zu stören. Manche Anlagen sind heute im Privatbesitz, es versteht sich von selbst, dass diese Anlagen nur mit Erlaubnis des Besitzers betreten werden dürfen.

Nachwort

 

 

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