Der Alpenwall in Südtirol

 

Die Sperrgruppen in Südtirol

(c) Die Uhrheberrechte bei den Seiten liegen bei Dr. Rolf Hentzschel
 und sind auszugsweise auch in abgeänderter Form, auf Papier oder Datenträgen verboten.

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Die Befestigungen in Südtirol bilden keine durchgehende Linie. Die vergletscherten Alpenketten waren auch für moderne Heere fast unüberwindliche Hindernisse. Lediglich der Reschenpass, der Brennerpass und das Pustertal stellten bis 1945 Grenzübergänge für motorisierte Truppen dar. Die Straßen zu den heutigen Grenzübergängen am Timmelsjoch und Staller Sattel wurden erst in Zuge des Festungsbaus in den 30er Jahren gebaut. Die Straßen auf das Pfitscher Joch und das Penser Joch stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Befestigt wurden daher meist nur die Täler, bevorzugt an den engsten Stellen. Die Festungen waren in einzelnen, unabhängigen Sperrgruppen organisiert, die in mehreren Staffeln hintereinander in den Tälern lagen. Die Einteilung dieser Gruppen in drei Linien darf dabei nicht zu wörtlich genommen werden. So liegen ab dem Brennerpass entlang des Eisacktals insgesamt sechs Sperrgruppen hintereinander. Die südlichsten Anlagen des Alpenwalls in Südtirol lagen direkt hinter Bozen, etwa 100 km von den nördlichsten Grenzsperren entfernt. Diese enorme Tiefenstaffelung des Alpenwalls sucht bei den Festungslinien Europas seinesgleichen!

 

Tabelle 5: Sperrgruppen in Südtirol.

Die Nummerierung hat keine historische Bedeutung und bezieht sich nur auf die folgende Kartenskizze, die deutschen Bezeichnungen sind in Klammern aufgeführt (f= fertiggestellt, b= begonnen)

 

Nr.

Sektor

Linie

Bezeichnung

Werke

Lage

 

 

 

 

Infanterie

Artillerie

 

.

 

 

 

f

b

f

b

 

1

XIII

1

Resia (Reschen)

9

-

-

-

Reschenpass

2

XIII

1

Pian dei Morti (Plamord)

9

-

-

-

Reschenpass

3

XIII

2

Malles-Glorenza (Mals-Glurns)

15

5

-

2

Etschtal, Münstertal

4

XIII

3

Tel (Töll)

10

1

2

-

Etschtal

5

XIII

3

Saltusio (Saltaus)

8

-

-

-

Passeiertal

6

XIII

2

Moso (Moos)

2

3

-

1

Passeiertal

7

XIII

3

Palade (Gampenjoch)

-

-

-

1

Gampenjoch

8

XIV

1

Periferica Brennero

(Umgebung Brenner)

13

-

1

-

Eisacktal

9

XIV

1

Brennero (Brennerpass)

7

-

-

-

Eisacktal

10

XIV

1

Terme del Brennero (Brennerbad)

2

-

-

-

Eisacktal

11

XIV

1

Saletto (Weiden)

6

5

-

1

Pfitschtal

12

XIV

1

Tenne-Novale (Ried)

21

2

-

1

Eisacktal

13

XIV

2

Mules (Mauls)

23

1

-

4

Eisacktal

14

XIV

3

Pra di Sotto-Fortezza (Franzensfeste)

3

2

-

-

Eisacktal, Pustertal

15

XIV

3

Col dei Bovi (bei Schabs)

2

1

1

-

Eisacktal

16

XIV

3

Rienza-Rio Valles Sciaves (Rienz-Mühlbach)

29

19

-

1

Pustertal

17

XIV

3

Chiusa di Rio (Mühlbach)

5

-

-

-

Pustertal

18

XIV

3

Bolzano Sud (Bozen-Süd)

43

17

-

4

Etschtal

19

XIV

3

Val D’Ega (Eggental)

-

5

-

-

Eggental

20

XV

1

Prato Drava (Winnebach)

7

1

-

-

Pustertal

21

XV

1

Versaciaco (Vierschach)

8

-

-

-

Pustertal

22

XV

1

Dobiacco (Toblach)

8

1

-

1

Pustertal

23

XV

1

Landro Nord (Landro-Nord) mit

Landro Sorgente (Landro Quelle)

5

2

-

-

Höhlensteintal

24

XV

2

Landro Sud (Landro-Süd)

3

4

-

-

Höhlensteintal

25

XV

1

Planca di Sopra (Oberplanken)

3

1

-

-

Gsiesertal

26

XV

1

Anterselva Mezzavalle

(Antholz Mittertal)

4

1

-

-

Antholzertal

27

XV

1

Lago di Anterselva (Antholzer See)

2

-

-

-

Antholzertal

28

XV

2

Braies (Prags)

3

3

-

-

Altpragsertal

29

XV

2

Valdaora-Rasun (Olang-Rasen)

12

2

3

-

Antholzertal, Pustertal

30

XV

2

Perca (Percha)

6

-

-

-

 

31

XV

3

Sares (Saalen)

4

2

-

2

Gadertal

32

XV

3

Tre Croci (Drei-Kreuze-Pass)

5

-

-

1

Passo Tre Croci

33

XV

1

M. Croce Comelico (Kreuzbergsattel)

12

-

2

-

Kreuzbergsattel

34

XV

3

Cima Banche (Gemärk)

6

-

-

-

Cima Banche

 Die Sperrgruppen Tre Croci, M. Croce Comelico und Cima Banche wurden später dem Sektor XVI Cadore-Carnia zugewiesen. Einige Sperren von untergeordneter Bedeutung kamen über das Planungsstadium nicht hinaus. In Richtung Reschenpass war eine Gruppe bei St. Valentino alla Muta (St. Valentin a.d. Haide) am Reschensee vorgesehen. Um das Passeiertal waren Sperrgruppen am Jaufenpass, am Timmelsjoch sowie in Corvara (Rabenstein) geplant. Im Umfeld des Pustertals sollten Befestigungen in Lutago (Luttach) im Ahrntal, am Passo di Gola (Kammljochl) im Raintal sowie am Staller Sattel errichtet werden.


Kartenskizze der Sperrgruppen in Südtirol: Die Nummern der Sperrgruppen beziehen sich auf die vorhergehende Tabelle. Ebenfalls eingezeichnet sind die Sektoren des Grenzwacht-Kommandos.

Der Alpenwall in Südtirol Heute

 

 

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