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Für die Besetzung des
Alpenwalls wurde am 20.12.1934 die Guardia alla Frontiera (G.a.F.)
aufgestellt. Diese Grenzwacht setzte sich aus den üblichen
Truppengattungen des Heeres wie Infanterie, Artillerie oder
Pionieren zusammen. Ihr Wahlspruch war „Der Bewahrer der heiligen
Grenzen Sicherheit“,
ihre Uniform glich bis auf die Feder am Hut der Alpiniuniform.
Üblicherweise werden
militärische Einheiten in Divisionen und Regimentern organisiert,
die zwar in Friedenszeiten einen festen Standort haben, deren
örtlicher Einsatz in einem Konfliktfall jedoch nicht vorbestimmt
ist. Die G.a.F. war zwar auch in Regimentern organisiert, die jedoch
bestimmten Grenzabschnitten fest zugeordnet waren. Der Vorteil
dieser Organisation lag in der genauen Ortskenntnis des Geländes und
der Festungsanlagen. Die Deckung der Nordgrenze des Venezia
Tridentina wurde durch das Grenzwacht-Kommando des IV. Armee-Korps
in Bozen sichergestellt und war in folgende Sektoren bzw.
Untersektoren unterteilt:
Tabelle3: Einteilung der
Sektoren und Untersektoren des Alpenwalls in Südtirol
|
Sektor |
Bezeichnung |
|
|
|
|
XIII |
Venosta (Vinschgau) |
|
XIII/a |
Resia (Reschen) |
|
XIII/b |
Senales (Schnalstal) |
|
XIII/c |
Rombo (Timmelsjoch) |
|
XIV |
Isarco (Eisacktal) |
|
XIV/a |
Brennero (Brenner) |
|
XIV/b |
Aurina (Ahrntal) |
|
XV |
Pusteria
(Pustertal) |
|
XV/a |
Casies-Anterselva (Gsieser Tal - Antholzer Tal) |
|
XV/b |
Drava (Drau) |
|
XV/c |
Cadore |
Die italienischen
Festungen hatten eine vergleichsweise große Besatzung. Während im
Ausland, besonders im Deutschen Reich, bevorzugt eine große Anzahl
kleinerer Werke gebaut wurde, deren Besatzung oft nur 6 bis 12 Mann
betrug, waren die italienischen Bunker mit mindestens 24 bis 50 Mann
besetzt. Ein Grund dafür war, dass das italienische Heer wegen des
geringen Bildungs- und Ausbildungsstandes seiner Soldaten unter
einem chronischen Mangel an Offizieren und Unteroffizieren litt,
daher stand nicht für jede Gruppe von 12 Mann ein Unteroffizier zur
Verfügung. Einer Besatzung, die aber nur aus Mannschaftsdienstgraden
bestand, brachte man wenig Vertrauen entgegen, so dass die Besatzung
meistens in Zugstärke von 48 Mann eingesetzt wurde.
In Deutschland sollten die
Bunker des Westwalls nur das Rückgrat einer in Feldstellungen
kämpfenden Truppe darstellen. In Italien verfolgte man jedoch die
gleiche Taktik wie in Frankreich: Ein Kampf der Besatzung außerhalb
der sicheren Werke war nicht vorgesehen, das Vorfeld sollte von
innen heraus vollständig beherrscht werden. Daher waren die
Besatzungen der einzelnen Gefechtspositionen meist doppelt besetzt,
um einen Kampf auch über Tage ununterbrochen durchstehen zu können.
Das Rundschreiben Nr. 1400
vom 16.2.1940 schrieb für die Werke vom Typ 15000 die folgende
Werksbesatzung vor:
Tabelle
4: Vorgesehenen
Bedienungsstärken der einzelnen Gefechtsposten
|
Funktion |
Anzahl |
Zusammensetzung
(Unteroffizier/Mannschaften) |
|
Kommandant |
1 |
|
|
MG |
6 |
1 / 5 |
|
Geschütz |
6 |
1 / 5 |
|
Beobachtungsposten |
3 |
1 / 2 |
|
Eingangswache |
3 |
1 / 2 |
|
MG-Turm |
4 |
1 / 3 |
|
Granatwerfer |
5 |
1 / 4 |
|
PAK |
5 |
1 / 4 |
|
Funkstation |
3 |
1 / 2 |
|
Telefonstation |
2 |
1 / 1 |
|
Lichtsprechgerät |
2 |
1 / 1 |
|
Stromaggregat |
3 |
1 / 2 |
|
Küche |
1 |
- / 1 |
|
Waffentechniker |
1 |
- / 1 |
|
Sanitäter |
1 |
- / 1 |
Bei einem kleinen Werk mit
zwei MG’s waren mit der Bedienung der Waffen, des Stromaggregats,
der Wache, der Telefonisten und des Kommandanten mindestens 24 Mann
Besatzung notwendig, bei großen Werken mit fünf MG’s waren es bis zu
50 Mann. Für eine Kavernenbatterie waren immerhin 4 Offiziere, 7
Unteroffiziere und 90 Mannschaftsdienstgrade vorgesehen. Insgesamt
dürfte die Besatzung von großen Werken mit Artillerie und Infanterie
200 Mann nicht überschritten haben. Die Artilleriewerke der
französischen Maginot-Linie beherbergten dagegen bei gleicher
Bewaffnung bis zu 1200 Mann. Waren die Festungswerke des Alpenwalls
auch spartanisch eingerichtet, so war ihr Personal doch recht
effizient eingesetzt.
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