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Während die
Infanteriewerke meist eine Kette durch den Talboden bildeten,
sollten die Artilleriewerke von den seitlichen Felshängen aus die
Sperrkette und ihr Vorfeld mit ihren weit reichenden Kanonen decken.
Da sich ihr Bau weitaus aufwändiger gestaltete, sind die meisten
Anlagen jedoch nicht mehr fertig gestellt worden.
Artilleriewerke wurden
fast immer in Kavernen angelegt. Prinzipiell unterschied sich ihre
Bauweise und Struktur nicht von denen der Infanteriewerke:
Eingangsbauwerke, Logistikräume, Truppenunterkünfte und wenn nötig
zusätzliche MG-Kampfstände entsprachen genau denen der
Infanteriewerke. Für die Aufstellung der Geschütze waren besondere
Kampfstände notwendig, von denen es je nach Geschütz und taktische
Aufgabe unterschiedliche Varianten gab. Wie beim MG hatte jede Waffe
einen eigenen Stand, der Gang dorthin war gegen die Gasgefahr durch
eine Schleuse abgeschottet und gegen die Luftdruckwirkung etwaiger
Treffer gebrochen ausgeführt. Zusätzlich wurden noch ein bis zwei
Artilleriebeobachtungsstände installiert.
Artilleriewerke benötigten
naturgemäß eine wesentlich aufwändigere Logistik als
Infanteriewerke, die nur mit MG und PAK bewaffnet waren. Die
unterzubringenden Mannschaften waren bedeutend größer, der
Munitionsnachschub gestaltete sich wesentlich schwieriger. Die
Länder Europas wählten zur Lösung dieses Problems unterschiedliche
Wege: Frankreich und die Tschechoslowakei bauten regelrechte
unterirdische Fabriken mit Schmalspurbahnen und Lastaufzügen, andere
Länder wie Deutschland hingegen verzichteten weitgehend auf den
Einsatz von Artillerie innerhalb von Festungsanlagen. Italien ging
auch in dieser Beziehung einen eigenen Weg, der sich von den
Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg ableitete. Die Artilleriewerke
besaßen kaum technische Hilfsmittel, sie unterschieden sich von den
Stellungen der Feldartillerie lediglich durch den zusätzlichen
Schutz von gewachsenem Fels und Beton. Die Munition musste von Hand
in das Werk eingelagert werden und bei Gefechten aus den Magazinen
in die Kampfstände getragen werden. Die Kampfstände selbst besaßen
keine ausreichende Ventilation, auch hier sollten die Bedienungen
mit Schläuchen an die zentrale Frischluftversorgung angeschlossen
werden. Für die qualmenden abgeschossenen Kartuschen war kein
Hülsenauswurf vorgesehen. Besondere Signalmittel zur einheitlichen
Führung der Geschütze fehlten.
Ob diese spartanische
Bauweise den Anforderungen einer modernen Kriegführung entsprochen
hätte, wird die Geschichte nie mehr beantworten können. Hier sei nur
ein ganz banales Beispiel genannt: Der Gang eines Kavernenwerks war
oft Hunderte Meter lang. Latrinen gab es jedoch nur in der Nähe des
Werkseingangs. Der Weg zu den Latrinen war gerade bei den
psychischen Anspannungen eines Gefechts viel zu lang, um den
Mannschaften die Befriedigung ihrer allermenschlichsten Bedürfnisse
zu erlauben. Die psychologische Auswirkung eines solchen Mangels hat
im Ersten Weltkrieg auch zum Fall etlicher belgischer Festungen mit
beigetragen.

Grundriss des Werks Nr. 13 der Sperrgruppe Kreuzberg: Die
einstöckige Anlage vom Typ 15000 war mit zwei
75-mm-Kanonen und zwei Maschinengewehren bewaffnet. Das Werk
mittlerer Größe hatte die Ausbaustärke A
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1 |
75-mm-Kanone
auf Festungslafette Typ 4 |
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2 |
MG in flacher
Panzerplatte Stärke 7 cm |
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3 |
Gewehrstand |
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4 |
Beobachtungskuppel (nicht eingebaut) |
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5 |
Munitionslager für Kanonen |
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6 |
Unterkunft
für 48 Mann |
Die
Grenzkasernen |