Der Alpenwall in Südtirol

 

 Das militärische Straßennetz

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Die Festungsanlagen sollten den ersten Ansturm eines Gegners auffangen und dann als Ausgangsstellung eigener Gegenangriffe dienen. Sie konnten jedoch nicht die gesamte Front eines zukünftigen Krieges bedecken. Um diese unbefestigten Zwischenzonen, die sich oft durch das Hochgebirge zogen, für die eigenen Truppen zugänglich zu machen, waren zusätzliche Verkehrswege in das meist unbewohnte Gelände notwendig.  

Entlang der Grenze wurde daher ein dichtes Netz von Militärstraßen gebaut. Das Rundschreiben Nr. 7100 vom 11.4.1930 definierte fünf Typen von Straßen, die von der Schwerlaststraße vom Typ A bis zum Maultierpfad vom Typ E reichten. Diese Wege dienten nicht nur dem Bau und der Versorgung der Befestigungen, sondern führten auch zu vorgeplanten Verteidigungs- oder Angriffsstellungen. Für den Fall eines gegnerischen Durchbruchs waren die Tunnel- und Brückenbauwerke mit Minenkammern versehen, um eine schnelle und wirksame Zerstörung dieser Anlagen zu ermöglichen. Einige dieser Hochstraßen erhielten nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Bedeutung als Transitstrecken wie das Timmelsjoch (2491 m), das Gampenjoch (1518 m), der Staller Sattel (2052 m) und das Penser Joch (2215 m). Andere fristen heute ein Dasein als Almzufahrten oder verfallen. So wurde am Reschenpass die Straße auf den Plamord und die Reschener Alm gebaut und am Brennerpass die Straße auf das Pfitscher Joch (2251 m), die Enzianhütte (1894 m), das Sandjochl (2165 m) und die Brenner-Grenzkammstraße (2100 m). Auffallend ist, dass zahlreiche Militärstraßen in Südtirol schon seit den frühen 20er Jahren erbaut wurden, also lange vor dem Baubeginn am Vallo Alpino in diesem Grenzabschnitt. Die Trassierung und Bauausführung wurde oft mit großer Sorgfalt ausgeführt, die meisten dieser Wege tragen noch heute mit ihren gleichmäßigen Steigungen, ebenen Haarnadelkurven und Ausweichstellen die charakteristischen Züge von italienischen Militärstraßen.


Die alte Militärstrasse zum Artilleriewerk im Arzalpenkopf ist auch heute noch in gutem Zustand. Besondere Bedeutung wurde auf die Vermeidung von Frost- und Wasserschäden gelegt, so dass diese Straße auch ohne große Pflege die Jahrzehnte überdauerte.

Was wäre gewesen, wenn

 

 

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