Der Alpenwall in Südtirol

 

Beobachtungsstände

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Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist

 

Beobachtungsstände wurden als Panzertürme auf der Werksdecke oder als Panzerstände in Kavernen gebaut. Die Beobachtungskuppel wurde bei Betonwerken in die Werksdecke eingebaut und ermöglichte Rundum-Beobachtung. Die Panzerung des Oberteils aus 15 cm starkem Chrom-Nickel-Stahl wog 5,4 t. Das Unterteil aus Gussstahl war 5,3 t schwer. Die Kuppel bot somit nur Widerstand gegen mittlere Kaliber. Der Turm hatte einen unsymmetrischen Grundriss: Zur Front hin wiesen drei Beobachtungsscharten, nach hinten drei kleinere Sehschlitze. Der Einsatz von fest eingebauten Beobachtungsmitteln wie Winkelmessern oder Fernrohren war nicht vorgesehen, der Turm eignete sich somit nicht für eine präzise Artilleriebeobachtung. Die Scharten erlaubten den Einsatz einer Maschinenpistole zum Bestreichen der Decke und der nächsten Umgebung des Werks. Wegen dieser Verteidigungsmöglichkeit wurde die Panzerkuppel auch als „aktiver“ Beobachter bezeichnet.  

Eigentlich hätte jedes Werk einen eigenen Beobachter gebraucht, aus Gründen der Sparsamkeit erhielt oft jedoch nur ein Bunker einer Stützpunktgruppe einen gepanzerten Beobachtungsturm. Die Bodenluke konnte übrigens sowohl nach oben als auch nach unten geöffnet werden. Dadurch konnte ein Verletzter aus dem Beobachtungsstand befreit und mit einem Flaschenzug herabgelassen werden konnte.


Die noch ungetarnte Beobachtungskuppel auf einem Infanteriewerk am Passo Tre Croci deutet darauf hin, dass diese Anlage der Standort des Gruppenkommandanten war. Man erkennt zwei der drei frontalen Beobachtungsscharten und eine der drei rückwärtigen Sehschlitze. Die Kuppel wurde von der Firma Falck hergestellt und trägt die Seriennummer 181.


Eine getarnte Beobachtungskuppel im Wiesengrund des Reschenpasses lugt auf die österreichische Grenze. Ob dieser „Ameisenhügel“ auf dem Werk Nr. III einen feindlichen Beobachter tatsächlich getäuscht hätte?


Der innere Aufstieg zu einer Beobachtungskuppel. Die Panzerung reichte etwa 2,50 m herab, die Stärke der Panzerwand verjüngte sich nach unten von 15 cm auf 5 cm. Da die Kuppel nicht mit einem  Maschinengewehr bewaffnet war, wurde auf eine Frischluftversorgung verzichtet.

In Kavernenwerken, speziell in solchen für Artillerie wurden Beobachtungsposten ähnlich einer MG-Panzerplatte verwendet. Statt der Waffe war hier eine drehbare Panzerblende eingebaut, die die Verwendung von fest eingebauten Ferngläsern (Vergrößerung und Lichtstärke 8x30), des Winkelmessers Modell 1912 für die Artilleriebeobachtung und des Fernrohrs Modell 1917 erlaubte. Die Panzerblende konnte in eine Stellung gedreht werden, in der die Schartenöffnung verschlossen war. Die Panzerplatte wog 2,3 t und war aus Chrom-Nickel-Stahl hergestellt.


Beobachtungskuppel und Beobachtungsstand:

A)      Beobachtungskuppel: (1) Panzeroberteil, (2) Panzerunterteil, (3) Beobachtungsscharte mit Einsatzmöglichkeit für Maschinenpistole (insgesamt 3 Stück), (4) rückwärtiger Sehschlitz (3 Stück).

B)      Beobachtungsstand in Panzerplatte in einer Betonkasematte

Insgesamt betrachtet standen den Werken für die ihnen zugedachte Aufgabe zu wenige Beobachtungsmöglichkeiten zur Verfügung: Die MG-Schützen waren meist die einzigen, die eine Möglichkeit hatten, aus dem Werk zu schauen. Bei einem Angriff hatten sie jedoch anderes zu tun, als ihre Beobachtungen an den Kommandanten weiterzuleiten. Dieser Mangel an Beobachtungsmöglichkeiten hätte bei Kämpfen möglicherweise eine wirksame Feuerleitung durch den Werkskommandanten in Frage gestellt.


Ein Blick in das Innere eines Beobachtungsstands in einem Artilleriewerk am Kreuzbergsattel. Man ahnt noch die Aufnahmen für die Zapfen der drehbaren Panzerblende oberhalb und unterhalb der Panzerscharte. Mit den Rohrschellen unterhalb der 2,3 t schweren Panzerplatte waren die Verteiler der Frischluftversorgung befestigt, an die der Beobachter seine Gasmaske anschließenden konnte.

Die Kämpfe an der französischen Maginot-Linie hatten die Verwundbarkeit der Beobachtungskuppeln gegen FLAK-Beschuss auf die Scharten aufgezeigt. Man plante daher den Einsatz von Periskopen, die durch die Werksdecke geführt werden sollten. Offensichtlich wurden diese Periskope aber nicht mehr bis zur Serienreife entwickelt. Bei den Werken des Typs 15000 findet man in der Nähe der Kampfstände häufig Nischen mit Kanälen durch die Decke, die für den Einbau vorgesehen waren. Diese Kanäle mit einem Durchmesser von 20 cm können nicht mit den Abluftkanälen verwechselt werden, da letztere stets im Winkel geführt waren, um das Hineinwerfen von Sprengsätzen oder Nebelkerzen zu verhindern.

Die Bewaffnung des Alpenwalls

 

 

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