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Beobachtungsstände wurden
als Panzertürme auf der Werksdecke oder als Panzerstände in Kavernen
gebaut. Die Beobachtungskuppel wurde bei Betonwerken in die
Werksdecke eingebaut und ermöglichte Rundum-Beobachtung. Die
Panzerung des Oberteils aus 15 cm starkem Chrom-Nickel-Stahl wog 5,4
t. Das Unterteil aus Gussstahl war 5,3 t schwer. Die Kuppel bot
somit nur Widerstand gegen mittlere Kaliber. Der Turm hatte einen
unsymmetrischen Grundriss: Zur Front hin wiesen drei
Beobachtungsscharten, nach hinten drei kleinere Sehschlitze. Der
Einsatz von fest eingebauten Beobachtungsmitteln wie Winkelmessern
oder Fernrohren war nicht vorgesehen, der Turm eignete sich somit
nicht für eine präzise Artilleriebeobachtung. Die Scharten erlaubten
den Einsatz einer Maschinenpistole zum Bestreichen der Decke und der
nächsten Umgebung des Werks. Wegen dieser Verteidigungsmöglichkeit
wurde die Panzerkuppel auch als „aktiver“ Beobachter bezeichnet.
Eigentlich hätte jedes Werk
einen eigenen Beobachter gebraucht, aus Gründen der Sparsamkeit
erhielt oft jedoch nur ein Bunker einer Stützpunktgruppe einen
gepanzerten Beobachtungsturm. Die Bodenluke konnte übrigens sowohl
nach oben als auch nach unten geöffnet werden. Dadurch konnte ein
Verletzter aus dem Beobachtungsstand befreit und mit einem
Flaschenzug herabgelassen werden konnte.

Die noch ungetarnte Beobachtungskuppel
auf einem Infanteriewerk am Passo Tre Croci deutet darauf hin, dass
diese Anlage der Standort des Gruppenkommandanten war. Man erkennt
zwei der drei frontalen Beobachtungsscharten und eine der drei
rückwärtigen Sehschlitze. Die Kuppel wurde von der Firma Falck
hergestellt und trägt die Seriennummer 181.

Eine getarnte Beobachtungskuppel im Wiesengrund des
Reschenpasses lugt auf die österreichische Grenze. Ob dieser
„Ameisenhügel“ auf dem Werk Nr. III einen feindlichen Beobachter
tatsächlich getäuscht hätte?

Der innere Aufstieg zu einer Beobachtungskuppel. Die Panzerung
reichte etwa 2,50 m herab, die Stärke der Panzerwand verjüngte sich
nach unten von 15 cm auf 5 cm. Da die Kuppel nicht mit einem
Maschinengewehr bewaffnet war, wurde auf eine Frischluftversorgung
verzichtet.
In Kavernenwerken, speziell
in solchen für Artillerie wurden Beobachtungsposten ähnlich einer
MG-Panzerplatte verwendet. Statt der Waffe war hier eine drehbare
Panzerblende eingebaut, die die Verwendung von fest eingebauten
Ferngläsern (Vergrößerung und Lichtstärke 8x30), des Winkelmessers
Modell 1912 für die Artilleriebeobachtung und des Fernrohrs Modell
1917 erlaubte. Die Panzerblende konnte in eine Stellung gedreht
werden, in der die Schartenöffnung verschlossen war. Die
Panzerplatte wog 2,3 t und war aus Chrom-Nickel-Stahl hergestellt.

Beobachtungskuppel und Beobachtungsstand:
A)
Beobachtungskuppel: (1) Panzeroberteil, (2) Panzerunterteil,
(3) Beobachtungsscharte mit Einsatzmöglichkeit für Maschinenpistole
(insgesamt 3 Stück), (4) rückwärtiger Sehschlitz (3 Stück).
B)
Beobachtungsstand in Panzerplatte in einer Betonkasematte
Insgesamt betrachtet
standen den Werken für die ihnen zugedachte Aufgabe zu wenige
Beobachtungsmöglichkeiten zur Verfügung: Die MG-Schützen waren meist
die einzigen, die eine Möglichkeit hatten, aus dem Werk zu schauen.
Bei einem Angriff hatten sie jedoch anderes zu tun, als ihre
Beobachtungen an den Kommandanten weiterzuleiten. Dieser Mangel an
Beobachtungsmöglichkeiten hätte bei Kämpfen möglicherweise eine
wirksame Feuerleitung durch den Werkskommandanten in Frage gestellt.

Ein Blick in das Innere eines Beobachtungsstands in einem
Artilleriewerk am Kreuzbergsattel. Man ahnt noch die Aufnahmen für
die Zapfen der drehbaren Panzerblende oberhalb und unterhalb der
Panzerscharte. Mit den Rohrschellen unterhalb der 2,3 t schweren
Panzerplatte waren die Verteiler der Frischluftversorgung befestigt,
an die der Beobachter seine Gasmaske anschließenden konnte.
Die Kämpfe an der
französischen Maginot-Linie hatten die Verwundbarkeit der
Beobachtungskuppeln gegen FLAK-Beschuss auf die Scharten aufgezeigt.
Man plante daher den Einsatz von Periskopen, die durch die
Werksdecke geführt werden sollten. Offensichtlich wurden diese
Periskope aber nicht mehr bis zur Serienreife entwickelt. Bei den
Werken des Typs 15000 findet man in der Nähe der Kampfstände häufig
Nischen mit Kanälen durch die Decke, die für den Einbau vorgesehen
waren. Diese Kanäle mit einem Durchmesser von 20 cm können nicht mit
den Abluftkanälen verwechselt werden, da letztere stets im Winkel
geführt waren, um das Hineinwerfen von Sprengsätzen oder Nebelkerzen
zu verhindern.
Die Bewaffnung des Alpenwalls |