Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg

Tarscherbichl

Werk 21 „Tarscher Bühel“ der Sperre Mals – Glurns

Ulrich Mößlang der Tauchbrillenspezialist + zertifizierter Sport-Optiker  / Wendl Pircher


Fernkampfwerke, Bunker, Infanteriestützpunkte der Österreicher und Ex Forte der Italiener aus dem ersten und zweiten Weltkrieg in den Alpen und Dolomiten 

 

Fotos und Text Uli Mößlang und Wendl Pircher


Lagebesprechung im Biergarten Forst
Wendl, ich, Angie und Barbara


In dem kahlen Hügel ist die Bunkeranlage die im 2.WK von den Italienern gebaut wurde. Sie wurde nicht fertig gestellt, da Adi Italien mitgeteilt hat, sie sollen den Ausbau stoppen und verstärkt in Afrika eingreifen, da von Deutschland kein Einmarsch zur Heimholung Südtirols ins Deutsche Reich ansteht.


zum größeren Plan


Die Wächter des Hügels

 

Das Werk 21 im Felsen des Tarscher Bühels ist Teil der Sperre Mals – Glurns welche als

2. Befestigungssystems der Grenzsperre Reschenpass diente.

Sollte es der Feind schaffen die Sperren am Reschenpass zu überwinden, wäre das 2. System in Aktion getreten. Das System wurde 1939 geplant, wobei 24 Bunker der älteren Bauart entstanden mit 55 Mg und 15 Antipanzerkanonen. Diese Bunker widerstanden jedoch nur kleinen und mittleren Kalibern.

Im März 1940 wurde das System überarbeitet und die Anlagen dem neuen Normen angepasst.

(Rundschreiben 15000)

Nach der neuen Planung sollten nur noch große und mittlere Anlagen entstehen die auch den großen Kalibern standhalten konnten. Gesamt sollten 55 Anlagen gebaut werden, von denen jedoch nur mehr 14Anlagen gebaut wurden, einige sind in der Rohbaufase geblieben, so wie die Nr. 21 Tarscher Bühel. Gesamt sind 25 Anlagen vorhanden, wobei einer vor einigen Jahren abgebrochen wurde. Von den 25 Gebauten Anlagen waren 11 Großanlagen,

der Rest mittlere Größe. 6 Anlagen sind komplett in Fels gebaut, 4 Teils Fels und Beton, der Rest sind kompletter Betonbauten in der Talsohle.

Alle Bunkerbauten in Südtirol wurden ende September 1942 aufgrund der Proteste der Wehrmacht eingestellt, welche um diese Zeit bereits dem Italienischem Heer Waffenhilfe in Afrika leistete. (Deutsches Afrikakorps 1941 - 1943)

Alle Anlagen die sich noch in Bau befanden wurden versiegelt und aufgegeben.

 

Der Bunker 21 Tarscher Bühel weist einen Ausbruch von 85000 Kubikmetern auf, mit Beton verkleidet sind jedoch nur 11000 Kubikmeter. Auch der Ausbruch wurde nicht mehr vollendet, zwischen den vordern Kampfständen und dem Hauptteil fehlen noch 75 mt des Verbindungsganges. Es sind keine fertigen Kampfstände vorhanden, nur einige Eingänge mit Nahverteidigung sind gebaut worden.

Laut Planung sollte die Anlage das Sperrenkommando mit 49 Mann und eine Kampftruppe mit 170 Mann aufnehmen. Im Inneren des Berges sollten 4 Unterkunftskavernen, 5 Kampfblöcke mit 23 Mg´s und Pak Kanonen, dazu eine Batterie 75 mm Geschütze und eine Beobachtungskuppel.

Die Gänge der Anlage durchziehen den ganzen Hügel, wobei wir jedoch nur den hintern und mittleren Teil erforschen konnten, da keine Verbindung zum vordersten Teil bestehen, wo die meisten Kampfstände entstehen sollten. Einen Zugang zur vordern Stellung haben wir noch nicht finden können, die Eingänge sind meist von dichten Unterholz oder Dornenhecken überwuchert und kaum sichtbar. Bei der ersten Erkundung 2004 haben wir 3 Stunden lang den Hügel umkreist bis wir endlich den Gang gefunden haben der unter Wasser steht. Bei der ersten Erkundung im Frühjahr 2005 sind wir dann auf einen Trocken Eingang gestoßen, den wir bei der letzten Erkundung benutzt haben. Je nach Wetterlage steht mehr oder weniger Wasser in den Gängen, zeitweise bis zu einem Meter und mehr. Von einer Begehung der Anlage muss abgeraten werden, da die Zugänge in schwierigen Gelände liegen oder unter Wasser stehen, dazu kommt das der Fels in den Gängen sehr brüchig ist und Einsturzgefahr besteht! Dazu kommen die Felsbrocken und Eisenteile die im teilweise trüben Wasser verborgen sind und zur Fußfalle werden können. Eine Bergung ist durch die Steilheit der Gänge sehr mühsam und nur mit alpinen Gerät möglich!
In der Nähe des Tarscher Bühel sind viel Anlagen die bei entsprechender Vorsicht und Ausrüstung besichtigt werden können.

 


Einer der Eingänge, Wendl, Uli, Stefan und hinterm Foto, die Barbara.
Lichtquellen, Reservelampen und Ausrüstung werden überprüft.


die Höhlenhunde sind gleich unterwegs


Wendl bei der ersten Schikane, einem sandigen, feuchten Hügel der nicht viel Platz zum überklettern lässt.


nachher gehts steil bergauf, nicht leicht auf dem feuchten Gestein.


Nach dem Aufstieg sind wir im E-Werk angekommen, die Sockel der Dynamos und Motoren sind noch vorhanden.


Jetzt zieht auch der Rest die Gummistiefel an.

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